»Die dramatische Hochwassersituation zeigt wieder einmal, welche Bedeutung Open Data als wirksames Mittel zur Gefahrenabwehr haben kann. Open Data sind frei zugängliche Informationen von Ämtern und Behörden. Mit diesen Daten könnten schon heute Schäden verringert und Menschen geschützt werden«, so Olaf Forberger, der als Direktkandidat der Piratenpartei für Lüchow-Dannenberg und Lüneburg antritt.

»Nur die Pegelstände der Bundeswasserstrassen und der Flüsse in Niedersachsen sind bisher in Form von Open Data veröffentlicht. Pegelstände und Höhenkarten als frei zugängliche Daten ermöglichen eine individuelle und ortsbezogene Information über die Gefährdungslage durch ihre Visualisierung in Überflutungskarten. So können nicht nur Schäden verringert werden, weil mehr Bürgerinnen und Bürger früher von der eigenen Gefahrensituation erfahren. Auch Leben und Gesundheit können besser geschützt werden, weil Gefährdete sich zeitig in Sicherheit bringen können.« meint Anke Domscheit-Berg, Themenbeauftragte »Open Government« der Piratenpartei Deutschland und Spitzenkandidatin des Landes Brandenburg für die anstehende Bundestagswahl:

»Helfer vor Ort können mit zielgenaueren Informationen die Lage und den Hilfebedarf in betroffenen Gebieten besser einschätzen. Hotlines wären entlastet, Betroffene und ihre Angehörigen hätten weniger Ungewissheit. Dass in einer solchen Situation weiterhin aus nicht nachvollziehbaren Gründen mit Steuergeldern gesammelte Informationen nicht freigegeben werden, ist absolut unverständlich und ein Zeugnis verfehlter Politik, die das Potenzial von Open Data nicht nutzt. In anderen Ländern gibt es Überflutungskarten bereits.

Statt eGovernment-Symbolpolitik brauchen wir endlich ein konsequentes Bekenntnis zu Open Data – nicht nur, aber auch und gerade, um in Krisensituationen wie der aktuellen den Menschen wirksam zu helfen. Kanzlerin Merkel sollte daher nicht nur Krisengebiete besuchen, sondern im Kanzleramt für eine nationale Open-Data-Strategie sorgen, die tatsächlich Nutzen bringt.«

Die Piratenpartei fordert in ihrem Wahlprogramm die Freigabe aller von oder für die öffentliche Verwaltung gesammelten Daten in maschinenlesbarer Form und unter freien Lizenzen, sodass ihre Weiterverwendung für beliebige Zwecke möglich ist.