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Piraten laden am Donnerstag zur Krypto”party” – einer digitalen Selbstverteidigung gegen Schurken & Staaten

Die jüngst bekannt gewordenen Skandale um die Überwachungsprogramme ausländischer Geheimdienste haben viele Menschen verunsichert. Wie sicher sind Mails eigentlich? Wie kann ich verhindern, dass Unbefugte meine Mails lesen? Wie kann der Empfänger wissen, dass die Mail wirklich von mir kommt?, so fragt sich mancher. Nicht nur Privatleute, auch Firmen stehen vor diesen Fragen. Die Piratenpartei bietet nun Internetnutzern Hilfe zur Selbsthilfe an.
Die Lösung steckt im geheimnisvollen Wort “Krypto”. Kryptografie ist die Wissenschaft der Verschlüsselung.
»Effektive Verschlüsselung ist kein Hexenwerk mehr. Für das abhörsichere Versenden von Mails gibt es fertige Lösungen, die man kostenlos installieren kann. Welche das sind und wie man sie benutzt, geben wir
gerne weiter, damit möglichst alle davon profitieren können«, sagt Olaf Forberger, Direktkandidat der Piratenpartei zur Bundestagswahl, der an diesem Abend teilnehmen wird. »Durch Ende-zu-Ende Verschlüsselung kann man die eigene digitale Kommunikation brauchbar vor dem Mitlesen durch Geheimdienste schützen. Dennoch müssen auch politische Lösungen her. Die allgemeine Überwachung der Bürger muss aufhören.«
Wie diese Verschlüsselung funktioniert, erklärt Florian Sievert von der Piratenpartei. Nach dem theoretischen Teil folgt denn eine praktischer Teil: Wer sein Notebook mitbringt, kann unter Anleitung von Piraten die notwendigen Programme installieren, die Schlüssel erzeugen und erste verschlüsselte Mails senden.
Beginn der Veranstaltung ist am Donnerstag, 18.07.2013, um 20 Uhr im
FREIRAUM in der Salzstraße 1 (Eingang: Auf der Altstadt) in Lüneburg. [1]
Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.

Deutschlandweit bietet die Piratenpartei “Kryptoparties” an. [2]

Für die schnelle Hilfe zu Hause haben die Piraten zusätzlich ein Video
erstellt, das die Verschlüsselung von E-Mails mit PGP erklärt [3].

Quellen:

[1] http://www.freiraum-lueneburg.de/anreise/
[2] http://kryptoparty.de/
[3] http://www.piratenpartei.de/2013/07/09/video-kattas-und-miezes-kleine-welt-der-technik-heute-pgp-benutzen/

Was machen die Piraten eigentlich gegen Überwachungsprogramme wie PRISM und TEMPORA?

Was ist die Position der Piraten (Programmatik / Wahlprogramm)?
Die Piratenpartei Deutschland ist programmatisch gut für eine politische Auseinandersetzung um die Aktivitäten der Nachrichtendienste zur Ausforschung deutscher Bürgerinnen und Bürger gerüstet. So finden sich in unserem Wahlprogramm zur kommenden Bundestagswahl klare Aussagen zu den Kernfragen der Affäre um die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden.
Für PIRATEN sind Privatsphäre und Datenschutz Kernthemen. Wir lehnen daher Überwachung der Privatsphäre grundsätzlich ab.
  • Grundrechte, Überwachung, Innere Sicherheit und Netzpolitik
Die PIRATEN verstehen sich als internationale Bewegung und möchten daher weltweit Mindeststandards für Privatsphäre und Datenschutz im Netz etablieren. Durch die jüngsten Enthüllungen fühlen wir uns darin besonders bestätigt, weil dadruch klar geworden ist, dass alleine nationale Bestimmungen nicht ausreichen.
  • Aussenpolitik
Eine freie Gesellschaft kann nur existieren, wenn kritische Stimmen nicht unterdrückt werden. Unsere Positionen zum Schutz von Whistleblowern und zum politischen Asyl stellen einen wichtigen Beitrag dazu dar.
  • Whistleblowerschutz und Asyl
Zur Umsetzung dieser Ziele sehen wir PIRATEN aktuell 3 wesentliche Handlungsfelder:
1. Digitale Selbstverteidigung durch Verschlüsselung
Die  einzige sofort wirksame Maßnahme gegen die Ausspähung unserer Internetkommunikation ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Datenübertragung.
Zahlreiche Piraten sind seit jeher Mitstreiter in der sog. Cypherpunk-Bewegung und haben sich schon immer an der Organisation und Durchführung sog. Cryptopartys beteiligt, um auch weniger versierten Anwendern den Umgang mit Verschlüsselungslösungen nahezubringen. Hier einige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Es sollte also nicht verwundern, dass Piraten auch bereits lange vor dem Abhörskandal entsprechende Anleitungen zum Einsatz von Verschlüsselungslösungen ausgearbeitet und veröffentlicht haben.
Hier einige Beispiele der Piratenpartei NRW (04/2013) ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Die  Piratenfraktionen in Berlin, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben sogar bereits Anträge zum Einsatz und zur Förderung von Verschlüsselungsanwendungen und weiterreichender IT-Sicherheitsmaßnahmen z.B. gegen Wirtschaftsspionage gestellt:
2. Aufklärung / Transparenz
Transparenz ist einer der wichtigsten Werte der PIRATEN. Daher verurteilen wir verdeckte Überwachungsmaßnahmen wie PRISM und TEMPORA besonders scharf. Die wichtigste Bringschuld der Politik ist für uns daher auch die Aufklärung durch die Offenlegung aller Fakten.
Durch den Beschluss vom 04.07. im Europaparlament einen Untersuchungsausschuss auf europäischer Ebene einzusetzen sehen sich die PIRATEN bestätigt. Denn dies war bereits mitte Juni eine zentrale Forderung im gemeinsamen 6-Punkte-Plan der europäischen Piratenparteien. Auch der berliner Piratenabgeordnete Christopher Lauer und die Piratenfraktion im Landtag von NRW hatten dies u.a. gefordert:
Den größten Beitrag zur Aufklärung hat jedoch ohne Zweifel der Whistleblower Edward Snowden geleistet, dem dafür aus Sicht der PIRATEN nicht nur besonderer Dank sondern auch Schutz und politisches Asyl gebührt. Wer einerseits Aufklärung fordert aber andererseits das Asylgesuch Snowdens ablehnt, und auch sonst nichts zu seinem Schutz unternimmt, handelt aus unserer Sicht zynisch.
3. Protest / Campaigning
Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen haben wir auf nationaler und internationaler Ebene Petitionen und Kampagnen gestartet, um andere Menschen mitzureißen, zu überzeugen und insb. zum Mitmachen aufzufordern:
Kampagnen:
Petitionen initiiert druch Piraten:
Demonstrationen unter (Mit-)Organisation der PIRATEN:
  • DÜSSELDORF – 16:30 Flashmob “Überwachung ist überall” am Hauptbahnhof
  • FRANKFURT – Anti-PRISM-Demo, Gießener Str. 30 (Nähe U-Bahn-Haltestelle Marbacher Weg) um 17:00 Uhr
  • 22.06.2013
  • DÜSSELDORF – 13:37-17:00 Anti-Prism Demo vor dem amerikanischen Generalkonsulat (Hauptbahnhof)
  • BREMEN   – 14:00-17:00 “Yes we scan? Nicht mit uns! – Bremen gegen  Überwachung”,  Demo gegen PRISM, Vorratsdatenspeicherung und  Bestandsdatenauskunft in Bremen
  • 29.06.2013
  • BERN (Schweiz) – Demo gegen #PRISM zwischen 14 und 15 Uhr vor der US-Botschaft
  • 04.07.2013
  • BERLIN -  Demo Politisches Asyl und Schutz für den Whistleblower Edward Snowden
Rundfunk- und Fernsehauftritte (Stand: 8.7.2013):
  • Deutschlandradio Kultur – Interview – 17.06.2013, Anke Domscheit-Berg
  • Inforadio RBB – 19.06.2013, Daniel Domscheit-Berg – Whistleblowing
  • N24/Sat 1 Interview – 22.06.2013, Anke Domscheit-Berg
  • BBC WorldNews – 25.06.2013, Daniel Domscheit-Berg
Pressemitteilungen (sonstige):
  • 01.07. (Bund) PIRATEN klagen erneut gegen Schnüffelschnittstelle bei Telefon und Internetanbietern
  • 03.07. (Bund) Bundestagskandidat der PIRATEN fordert Rücktritt von Verfassungsschutz-Präsident
Gastbeiträge:
  • 04.07. Katharina Nocun: Der Freitag – Klage gegen Bestandsdatenauskunft (Print)
Blogartikel:

Übernahme von http://www.piratenpartei.de/2013/07/08/was-machen-die-piraten-eigentlich-gegen-uberwachungsprogramme-wie-prism-und-tempora/

Elektronische Briefe statt offener Postkarten

Heute stimmt der Bundesrat über das E-Government-Gesetz ab. Dieses Gesetz soll auch die Frage beantworten: Wie kann ich eigentlich Behörden per Computer erreichen?
Die gewöhnliche E-Mail kann leicht gefälscht werden. Deshalb schreibt der Gesetzgeber nun eine andere Variante vor: die De-Mail.
Statt sichere und vorhandene Lösungen zu nutzen, befürwortet der Gesetzgeber aber eine deutsche Insellösung.
Für den Bürger bringt das viele Nachteile. Will ich mein Mailanbieter wechseln, wird das für mich schwierig.
Eine Verschlüsselung ist zwar vorgesehen. Aber diese Verschlüsselung ist wertlos. Mails sollen von zentraler Stelle jederzeit entschlüsselt und mitgelesen werden.
Olaf Forberger, der Direktkandidat der Piratenpartei für den Bundestag, sagt: “Eigentlich steht heute die Frage: Wollen wir zugeklebte Briefe oder offene Postkarten verschicken?
Der Gesetzgeber schreibt Briefe vor, die sich jederzeit unbemerkt öffnen lassen. Das lehnen wir ab.
Wir fordern eine echte Verschlüsselung, die beim Absender beginnt und die bei Empfänger endet.”

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